Was heißt Qigong für mich?
Qigong heisst für mich, immer wieder in meinem Körper anzukommen.
Ich nehme wahr, was jetzt lebendig ist, ah, hier ist eine Verspannung, oh, heute auf einem Bein stehen geht richtig gut, achso, ich habe gerade die Luft angehalten.
Qigong ist ein Spüren meiner Selbst.
Welche Stürme des Lebens auch wehen, die Form ist immer da, sie ist wie ein Anker, der mich hält, der mich trägt.
Kurz nachdem meine Mutter gestorben war, bin ich in den nahegelegenen Wald gegangen, habe mich hingestellt mich mit Himmel und Erde verbunden und die Form „Der fliegelnde Kranich“ praktiziert. Die Form konnte mir ein wenig Trost spenden, war sie zu diesem Zeitpunkt bereits 10 Jahre an meiner Seite.
Und dieses Prinzip versuche ich in meinen Kursen zu vermitteln.
Queeres Qigong
Manchmal braucht es gar nicht viel: einen Atemzug, eine kleine Bewegung, einen Moment, in dem der Körper nicht bewertet oder erklärt werden muss.
Queeres Qigong ist für mich genau so ein Ort. Ein Raum, in dem wir üben dürfen, ohne uns anzupassen. Ein Raum, in dem Körper willkommen sind, wie sie sind – in Veränderung, im Zweifel, in ihrer Kraft, ihrer Zartheit und ihrer Einzigartigkeit. Jenseits von Binaritäten, Erwartungen und dem Gefühl, irgendwo hineinpassen zu müssen.
In den vielen Jahren, in denen ich selbst in Gruppen geübt habe, habe ich immer wieder erlebt, wie es sich anfühlt, nicht ganz dazuzugehören. Ich kannte die Unsicherheit, ob mein Körper oder seine Veränderungen zum Thema werden würden. Die Sorge vor Fragen wie: „Warum klingt deine Stimme plötzlich so anders?“ war nicht nur präsent, sondern auch real.
Dabei gehören die Veränderungen meines Körpers mir. Sie sind persönlich und ich möchte selbst entscheiden, wann, mit wem und ob ich überhaupt darüber sprechen möchte. Und wenn dann nur mit Menschen, bei denen ich mir sicher sein kann, dass sie mir wohlgesonnen sind.
UND: Qigong lädt uns ein, im eigenen Körper anzukommen – nicht so, wie er sein sollte, sondern so, wie er gerade ist.
Mein Angebot richtet sich zwar besonders an queere Menschen, doch meine Erfahrung zeigt, dass von diesem Raum alle Menschen profitieren, die sich einen achtsamen und diskriminierungssensiblen Übungsraum wünschen. Ein Raum, in dem es nicht um Leistung geht, sondern um den Spass am Tun.
Die sanften Bewegungen des Qigong fördern Beweglichkeit, Balance und innere Ruhe. Sie unterstützen dabei, den eigenen Körper bewusster wahrzunehmen, Kraft zu sammeln und mit sich selbst in Kontakt zu kommen – unabhängig davon, wie du dich identifizierst oder wo du gerade auf deinem Weg stehst.
Die Gruppen in meiner Praxis:
haben höchstens 6 Teilnehmende, was eine ruhige (Lern-)atmosphäre ermöglicht.
Mir ist wichtig, die Übungen individuell anzupassen, was z.B. bedeutet, dass ich im Stehen und im Sitzen unterrichte.
Mir liegt besonders am Herzen, Leistungsanspruch, der uns (leider) mitgegeben wurde, zu minimieren und einen Raum zu schaffen, wo „Funktionieren“ nicht das Wichtigste ist.
Das heißt in der Praxis, daß es mir wichtiger ist, daß die Übenden in Kontakt zu ihrem eigenen Körper kommen, jenseits von richtig und falsch und auch jenseits davon, was eine äußere Form vermag, „vorzuschreiben“.
Das Wunderbarste am Qigong ist, daß alle Übungen den individuellen Möglichkeiten angepasst werden können, körperliche Fitness ist also keine Voraussetzung für das Erlernen von Qigong!
Ich unterrichte Menschen zwischen Anfang 20 und Mitte/Ende 70.
Mit ist ein diskriminierungsfreier Raum sehr wichtig, das heißt alle Menschen sind herzlich willkommen, unabhängig von Fitness, Aussehen, Alter, Herkunft und Genderrolle, meine Räume sind leider nicht berollbar, da zu viele Stufen.
Die Praxis – Der Weg
Es gibt genauso viele Gründe, sich für einen Qigong Kurs zu entscheiden, wie es nicht zu tun. Viele Menschen kommen aufgrund von körperlichen Schmerzen, haben es in einer Reha kennen gelernt, ein*e Ärzt*in hat es empfohlen oder sie sind neugierig und wollen einfach mal was für sich tun.
Was auch immer Deine Motivation ist, Dich für Qigong zu entscheiden:
Herzlich Willkommen:
Was erwartet Dich, sowohl in einer Gruppe als auch in einer Einzelstunde?
Jede Stunde beginnt mit Übungen, die den Alltag abstreifen und Dich für das Qigong vorbereiten. Sie unterstützen das „Im Körper Ankommen“. Es geht um Atmung, Erdung und Zentrierung. Dann widmen wir uns der Form. Schritt für Schritt nähern wir uns ihr an, es kommen mit der Zeit mehr und mehr Teile hinzu und wenn die Form vom Ablauf her vertraut ist, dann kann sie mehr und mehr gefüllt werden, mit Qi und der Vorstellungskraft. Das braucht Zeit, Geduld und Übung.
Wenn du jemals ein Musikinstrument erlernt hast, dann hast Du eine Idee dazu, wie der Weg zum ersten Lied war, und wie es die Übung leichter gemacht hat. So ist es auch beim Qigong. Ich sehe meine Rolle als Lehrer*in darin, Dich darin zu unterstützen, Dich zu fordern ohne Dich zu überfordern. Und immer wieder zurück an den Anfang gehen und von dort aus geht es dann wieder weiter und wieder los und vor und zurück!
Was Kursteilnehmer*innen gesagt haben:
„Du bist so geduldig…“
„Das war gut, herzukommen, ich wollte gar nicht aufstehen heute.“
„Seitdem ich Qigong mache, fühlt sich mein Rücken besser an!“
„Nach drei Monaten habe ich einen Hauch von Idee, was Qigong sein kann!“
Und ich sage: „Es beruht auf Gegenseitigkeit und hat was von „Miteinander in Resonanz gehen“ . Und wenn das Miteinander stimmt, dann kann am Ende was heilsames entstehen – DANKE EUCH!
Und nun ein paar Worte zu Qi Gong:
Die Tradition der Qi Gong Übungen geht lang bis vor unsere Zeitrechnung zurück. Dem Bewegungssystem aus China liegt die Traditionelle Chinesische Medizin zugrunde.
Langsame, weiche und tänzerisch wirkende Bewegungen, verbunden mit innerer Spannkraft kennzeichnen diese Übungen. Bei regelmäßiger Übungspraxis erleichtern sie Sammlung und Entspannung, unterstützen Heilungsprozesse und stabilisieren die Gesundheit. Die universelle Lebensenergie „Qi“ wird geweckt und gesammelt. Aus den Übungen in Ruhe (Meditationen und Entspannungsübungen) kommen wir in die Bewegung und kehren zur Ruhe zurück. Qigong kann uns dabei unterstützen in unserem Körper (neu) anzukommen und mehr und mehr darin zu wohnen.
Bei jeder Qi Gong Übung wird der gesamte Organismus reguliert. Deshalb ist die Wirkung nicht auf bestimmte Beschwerden beschränkt. Bei regelmäßigem Üben können unterschiedliche Beschwerden verbessert und die Gesamtkonstitution gestärkt werden. Die Übungen sind in jedem Lebensalter erlernbar, können überall und ohne Hilfsmittel ausgeführt werden.
Ich unterrichte folgende Formen:
• Der fliegende Kranich
• Die 18 Bewegungen des Taiji Qigong
• Die 15 Ausdrucksformen des Taiji Qigong
• Dantian Qigong (Stärkung der Mitte)
• 5 – Elemente Qi Gong
